Hast du schon mal jemanden beobachtet, der nicht weiß, dass er beobachtet wird - eine alte Frau, die in einem Bus sitzt oder Kinder, die zur Schule gehen oder jemanden der nur wartet - ? Und du siehst ein Blitzen über das Gesicht huschen und du weißt sofort, dass ist nichts Äußerliches, nichts sichtbares, weil sich nichts verändert hat.? Du siehst nur, dass derjenige präsenter ist. Lebendiger. Ich meine, wenn du jemanden lang genug ansiehst entdeckst du seine Menschlichkeit.
Die Freundschaft ist ein strenges Menschengesetz. In der alten Welt war es das stärkste Gesetz, auf das die Rechtsordnungen großer Kulturen gebaut waren. Jenseits persönlicher Regungen, jenseits der Selbstsucht lebte in den Herzen der Menschen das Gesetz der Freundschaft. Sie ist stärker als die Leidenschaft, die Männer und Frauen in hoffnungsloser Sehnsucht einander in die Arme treibt, und sie ist gegen Enttäuschungen gefeit, denn sie will ja vom anderen nichts. Den Freund kann man töten, doch die Freundschaft, die in der Kindheit zwischen zwei Menschen entstanden ist, vermag vielleicht nicht einmal der Tod aufzuheben: Die Erinnerung an sie lebt im Bewusstsein der Menschen fort, so wie die Erinnerung an eine stumme Heldentat. Und das ist sie auch, eine Heldentat, im schweigenden, schicksalhaften Sinn des Wortes, also ohne Schwerterklang und Säbelgerassel, eine Heldentat, wie es jede selbstlose menschliche Tat ist.
Sandor Márai - Die Glut
MANCHE VERÄNDERUNGEN KOMMEN über Nacht. Du gehst abends zu Bett, schläfst ruhig und tief, und am folgenden Morgen erwachst du und stellst fest, dass alles anders ist als zuvor. Du kannst dir nicht erklären, was geschehen ist, denn die Sonne ist aufgegangen wie an jedem Morgen, und da hängt immer noch dieses Bild an der Wand, das du längst abhängen wolltest. Die Farben der Welt sind dieselben geblieben. Nur bei genauerem Hinsehen glaubst du zu entdecken, dass sie eine Spur heller oder dunkler als bisher erscheinen, doch das ist eine Täuschung: Es ist deine Wahrnehmung, die sich verändert hat, weil du selbst von heute auf morgen ein anderer geworden bist. Und deshalb hängst du jetzt auch dieses verdammte Bild ab.
ANDERE VERÄNDERUNGEN KÜNDIGEN sich an. Du spürst sie auf dich zukommen, langsam und unabwendbar wie den Wechsel der Jahreszeiten. Kleine und große Ereignisse gehen solchen Veränderungen voraus, die in keinerlei Zusammenhang zu stehen scheinen. Doch irgendetwas im hintersten Winkel deiner Psyche setzt diese Ereignisse und ihre Folge geduldig zusammen wie ein Puzzlespiel, und im selben Maße, wie das Puzzlespiel Gestalt annimmt, vollzieht sich in deinem Inneren ein Wandel, Stück für Stück, Schritt für Schritt: eine Art unbemerkter, zweiter Geburt.
Aus dem Buch "Die Mitte der Welt"
Ahora hay que pensar en cosas lindas porque la vida esta llena de problemas para que aprendemos a sobrevivir. Cada caso es una experiencia que und persona vive y hay que dejaria en el pasado.
Von Lorena
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